Samstag, 27. September 2014

Neue Erkenntnisse über die Auswirkung des Klimawandels auf heimische Baumarten

Das auf der ganzen Welt inzwischen der Klimawandel eingesetzt hat ist vielerorts bereits offensichtlich und sogar spürbar. Durch das Abschmelzen der Polkappen und den steigenden Meeresspiegel nehmen Sturmfluten und andere Naturkatastrophen zu und langsam aber sicher verschwinden ganze Inseln im Meer.

Doch nicht alle Auswirkungen sind derart offensichtlich oder geschehen in einem dermaßen rasanten Tempo.

Zu den eher langatmigen Auswirkungen des Klimawandels kann man jetzt, nach den Ergebnissen einer Langzeitstudie der Technischen Universität München (TUM), das Wachstum diverser Baumarten in Deutschland und in ganz Mitteleuropa zählen.
Den Auswertungen der Forscher der TUM zufolge wachsen einzelne Baumarten hierzulande seit 1960 um bis zu 70 Prozent schneller.

Die Studie basiert auf Langzeit-Daten von Versuchsflächen die seit 1870 kontinuierlich beobachtet werden.
Damals vor 144 Jahren begannen die Studien zum Wachstum der Bäume als August von Ganhofer, ein leitender Beamter der königlichen Forstverwaltung und Franz von Baur als erster Fachvertreter für Ertragskunde an der Universität München ein Versuchsflächennetz aufbauten.
Inzwischen gibt es 151 Versuchsanlagen mit 980 Parzellen und 153 Hektar Messfläche, welche die Uni München gemeinsam mit der bayrischen Staatsforstverwaltung betreut.

Obwohl die Versuchsflächen hinsichtlich Klima und Bodenbeschaffenheit Unterschiede aufweisen sei überall ein Trend zum schnelleren Wachstum zu erkennen.

Ursachen für das schnellere Wachstum seien den Forschern zufolge das wärmere Klima, sowie die längere Vegetationszeit. Ein weiterer Grund sei die Zunahme von Kohlendioxid und Stickstoff. Interessanterweise hat der saure Regen die Versuchsflächen nur vorübergehend beeinträchtigt, da der Eintrag von Schadstoffen seit den 1970er Jahren ja auch deutlich reduziert wurde.

Spitzenreiter im Wachstumsprozess ist übrigens die Buche, bei der einzelne Bäume eine Wachstumssteigerung von bis zu 77 Prozent anzeigen. Seltsamerweise wachsen aber auch die Fichten deutlich schneller, denen man keine guten Aussichten hinsichtlich des Klimawandels zugetraut hatte.
Insgesamt wachsen die Bestände jedoch nicht ganz so schnell als einzelne Exemplare, da größere Bäume mehr Platz brauchen und somit das Wachstum der kleineren Bäume einschränken.
So kommt es aber immer noch zu einer Gesamtsteigerung des Wachstums innerhalb ganzer Buchenbestände um 30 Prozent und auch die Fichtenbestände haben in der Gesamtheit um 10 Prozent zugelegt.

Welche Auswirkungen das erhöhte Wachstum und auch der damit verbundene schnellere Alterungsprozess für die gesamte Fauna und Flora in Mitteleuropa haben wird lässt sich vorerst nur spekulieren. Alles in allem dürften es aber gerade die Tier und Pflanzenarten zu spüren bekommen deren Habitate von bestimmten Waldentwicklungsphasen abhängen. Eine höhere Mobilität kann für diese Arten zu einer Lebensnotwendigkeit werden.

Quellen:
Artikel auf feelgreen.de

Ausführlicher Beitrag auf Ingenieur.de

Artikel auf Süddeutsche.de

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