Mittwoch, 21. Januar 2015

Besorgniserregender Wassertiefstand im Baikalsee, dem größten Frischwassersee der Erde

Tief im asiatischen Festland eingebettet, in der Nähe der südlichen Grenze Russlands zur Mongolei gelegen liegt der größte Süßwassersee der Erde, der Baikalsee.
Mit einer Tiefe von 1642 Metern ist er nicht nur der tiefste Frischwassersee der Welt, sondern mit einem Wasservolumen welches größer ist als das der Ostsee und etwa dem 480 fachen des Bodensees entspricht eben auch der größte Süßwassersee.
Doch nicht nur seine Größe sind imposant, sondern auch sein Alter, das auf 25 Millionen Jahre beziffert wird, was ihn somit auch zum ältesten Reservoir für Süßwasser weltweit macht.

Nun haben russische Wissenschaftler jedoch Wasserstandsmeldungen veröffentlicht die besorgniserregend sind. Demnach hat der See mit einem Wasserstand von 456 Metern über dem Meeresspiegel den tiefsten Wasserstand seit 60 Jahren erreicht. Im Vergleich zum Jahr 2013 sank das Niveau um ganze 40 cm.

Die Forscher sind sich jedoch was die Gründe für den Rückgang des Wasserstandes betrifft unschlüssig woran es genau liegt. Hauptsächliche Ursachen sind neben natürlichen Prozessen und umweltbedingten Einflüssen aber mit Sicherheit auch diverse Interventionen des Menschen. Unter anderem wird durch einen Staudamm des Wasserkraftwerks bei der Stadt Irkutsk die Wassermenge reguliert die durchgelassen wird.

Auch gab es viele industrielle Ansiedlungen rund um den See, weswegen vielerorts Naturschutzgebiete und Naturparks eingerichtet wurden bzw. eingerichtet werden mussten um sowohl die Tiere und Pflanzen, als auch das Wasser an sich und seine Reinheit zu schützen und zu bewahren.

Der Baikalsee beinhaltet etwa ein Fünftel, also knapp 20 % des gesamten Süßwassers der Erde.
Hinzu kommen etwa 1500 Tier - sowie 1000 Pflanzenarten, von denen rund zwei Drittel endemisch sind, das heißt das sie nur dort vorkommen und sonst an keinem anderen Ort der Welt.

Trotz der äußeren Einflüsse durch den Menschen und der teilweisen Verunreinigung durch Industrielle Anlagen, die inzwischen aber wieder zurückgingen, ist der Baikalsee einer der wenigen Seen der Erde dessen Wasser ungefiltert noch die Qualität von Trinkwasser besitzt. Dies ist zurückzuführen auf die enormen Ausmaße und die daraus resultierende Anbindung an insgesamt 336 Flüsse, sowie unzählige Bäche die das Wasser des Sees stets auffrischen und säubern.

Mittlerweile ist der See auch ein beliebtes Urlaubsziel und der Tourismus in der Region wird immer größer, doch seit 1996 gehört er zum UNESCO-Weltnaturerbe.

Die Wissenschaftler untersuchen den Rückgang des Wassers weiterhin und gaben an das man jetzt erst einmal die nächsten ein oder zwei Jahren abwarten und beobachten müsse um genaue Schlüsse ziehen zu können. Immerhin war das Jahr 2014 weltweit auch das Heißeste Jahr seit der Erfassung elektronischer Daten.
Die vielen Naturschutzprojekte und Naturparks geben Anlass zur Hoffnung das der See und seine umliegenden Wälder und Gebirge nicht wahllos der Zivilisation zum Opfer fallen. Sollte es sich jedoch um weitreichende Einflüsse wie das Weltklima als Ursache für den Wasserstandsrückgang handeln und der Pegel noch weiter sinken könnte dadurch die gesamte Fauna und Flora in und um den See bedroht werden und es könnte zum Aussterben vieler einzigartiger Tier und Pflanzenarten kommen und auch der weltweite Bedarf an Frischwasser würde darunter leiden.

Quellen:
Aktuelles Video zur Thematik auf t-online.de

Deutsche Homepage des Baikalsees mit vielen Impressionen

Wissenswertes und Geschichtliches auf "Planet Wissen"

Wikipedia-Eintrag zum Baikalsee mit vielen Fakten

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